Geschichte des Vereins

Bereits um 1450 wurde schon von den sogenannten „Soester Pipern“ berichtet, welche nach Rüthen kamen, um bei verschiedenen festlichen Anlässen aufzuspielen. Als diese von der Bildfläche verschwanden, stellte die Stadt einen „Stadtmusikus“ an, der mit einem oder mehreren Gesellen für musikalische Unterhaltung sorgte. Mit dem Untergang der damals herrschenden Stadtverfassung hörte der Beruf auf zu existieren. Ein Musiker der ganz besonderen Art wurde zu Zeiten der Hexenprozesse aktenkundig, der auf einem bis dato noch nicht da gewesenen Instrument aufspielte. „Spielmann sei mehrentheils Jost Klöuer, der spiele auffm Gaulkopfe, da streiche er uff“. (Dies ist nachzulesen bei: Walter Salmen, Geschichte der Musik in Westfalen, Band I, S. 39.)

Um 1800 gab es in Rüthen Musiker, die von Beruf Handwerker waren, aber dennoch zu sämtlichen Anlässen in Erscheinung traten. Aus diesen Männern entstand eine Keimzelle, woraus sich die spätere Musikkapelle bildete.

Der Orchesterverein auf einem Waldfest vor 1900. Mit Tuba und Dirigentenstab ist Carl Pieper zu erkennen.
Quelle:
Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis Rüthen

Im Jahre 1888 schlossen sich einige Rüthener Bürger zu einem Musikverein zusammen, dem „Orchesterverein Ruthen“. Es handelte sich dabei nicht um eine reine Blaskapelle, da auch Streicher mitmusizierten. Gleichwohl bildete der Orchesterverein die Grundlage für die später sich aus ihm entwickelnde Blaskapelle. Aus dem Jahre 1890 liegen erstmals Dokumente vor, in dennen von einem öffentlichen Konzert die Rede war. Das Programm zum o.g. Konzert lässt auf ein beachtliches musikalisches Niveau schließen. Es enthält so unterschiedliche Stücke wie den Alexandermarsch, eine Violin-Sonate von Mendelssohn-Bartholdy und den „Trompeter von Säckingen“.

Aussagen vor dem 1. Weltkrieg über die musikalischen Aktivitäten einer Rüthener Kapelle lassen sich nur wenige treffen, da mangels schriftlicher Unterlagen lediglich Augenzeugenberichte älterer Rüthener Bürger diesen zeitlichen Abschnitt mit Inhalt füllen; hier war vor allem Herr Fritz Henze (Jahrgang 1902) sehr hilfreich. Das Rüthener Orchester soll demzufolge aus folgenden Mitgliedern bestanden haben: Kapellmeister Völlmecke (genannt Kuckel), Gockel (Niedere Straße) Henneböhl (genannt Matte), Betten, Josef Deuke, Heinrich Liedmeier, Peter Betten, Karl Helle, Josef (genannt Auling) Berghoff, Heinrich Romstadt, Oelke (Ritterstraße), Risse, Karl (Niedere Straße), Uhe (Gerichtspolizist), Helle, Fritz (genannt Auling) und Bause (Oesternstraße).

Die rege musikalische Aktiväitt des Vereins wurde jedoch im August 1914 durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs unterbrochen. Als letzte Überlieferung aus jener Zeit heißt es, dass die Rüthener Musiker einige Frontsoldaten unter klingendem Spiel zum Bahnhof begleiteten.

Gruppenfoto aus 1919

Dieses Gruppenfoto aus dem Jahr 1919 zeigt die Musiker (stehend) Karl Betten sen., Joh. Gockel sen., Joh. Gockel jun., Ferdinand Gockel, Theo Gockel, Josef Betten sen,
(knieend) Josef Betten jun. und Hermann Betten vor der Bruderkapelle

Schon wenige Tage nach Beendigung des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 gab es schon wieder einen Grund zu feiern, als zurückgekehrte Musiker in der Stadthalle bei einem Fest musizierten. Die Musik fasste schnell wieder Fuß in Rüthen, sodass die Kapelle im Jahre 1919 wieder aktenkundig wird. Das Junggesellenschützenfest in Rüthen wurde erstmalig musikalisch umrahmt, damals unter Kapellmeister Völlmecke.

Josef Betten wurde im Jahre 1920 Kapellmeister. Er sollte diese Position bis 1933 innehaben.

1924 Umbenennung in Feuerwehrkapelle

Die „Feuerwehrkapelle“ 1925 auf dem Schützenfest in Altenrüthen mit (hinten) Heinrich Deuke, Josef Betten sen., Joh. Gockel jun., (mitte) Heinrich Harnacke, Franz Arens, Heinrich Berghoff, Hermann Betten, Josef Romstadt, Franz Romstadt, Josef Betten jun., (liegend) Franz und Wilhelm Thöne

Ein Wandel vollzog sich 1924. Der Verein nannte sich fortan „Feuerwehr-Musikkapelle Ruthen“, was sich daraus ergab, dass die Feuerwehr Rüthen sich als Sponsor der inflationsgebeutelten Kapelle gewinnen ließ. Mit der Namensgebung erfolgte auch die Einführung einer einheitlichen Uniform, die vorher in dieser Form nicht vorhanden gewesen war. Der Verein bekam durch diese Aktion mächtigen Aufwind.

Im Jahre 1927 feierte der Kolpingverein Rüthen sein 50-jähriges Jubiläum. An dem zu diesem Anlass veranstalteten Festzug und der Festversammlung war ebenfalls die Feuerwehr-Musikkapelle beteiligt.

Wie lange der Name „Feuerwehr-Musikkapelle“ Bestand hatte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Ein Schriftstück des Kapellmeisters Betten aus dem Jahre 1931 verdeutlicht, dass der Verein wieder selbständig war und unter dem Namen „Musikverein Rüthen“ musizierte.

SA-Kapelle, Foto 1934

Die SA-Kapelle im Jahr 1934.

Das Jahr 1933 brachte eine Aufspaltung des Rüthener Musikvereins in eine SA-Kapelle und eine sogenannte „Stahlhelm-Kapelle“. Man sieht an diesen Namen und Bezeichnungen, dass auch das Vereinsleben immer mehr unter der Kontrolle des NS-Regimes stand. Zeitzeugenberichten zufolge haben sich die beiden Kapellen allerdings nicht unbedingt gut verstanden.

Die SA-Kapelle beim Festumzug anlässlich des Jubiläums des Junggesellenvereins 1934.
Zu erkennen sind der Dirigent Hermann Gellersen sowie Josef Schreiber und Heinrich Deuke.
Quelle:
Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis Rüthen

Fritz Betten sen. berichtete, dass sich sich bei einem anfangs gemeinsamen Umzug die Stahlhelmkapelle von der SA-Kapelle getrennt haben und gewissermaßen einen „Gegenzug“ eröffnet haben. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges mussten wiederum viele Musikanten ins Schlachtfeld ziehen. So wurde eine unschöne Episode in der Geschichte der Rüthener Blaskapelle abrupt beendet.

Das Schützenfest 1949

Schützenfest in Langenstraße 1949:
Hinten links: Heinz Gockel
Vorne: Franz Arens, Josef Betten sen., Henneke (?), Josef Kellerhoff, Josef Betten jun., Fritz Betten sen.

Nach einer schweren Nachkriegszeit, in der das Vereinsleben nahezu still stand, kam es im Jahre 1948 zu einer erneuten Gründung. Kapellmeister der „Stadtkapelle Rüthen“ wurde Josef Kellerhoff, genannt Leupert. Schon im folgenden Jahr gab es eine erste Bewährungsprobe. Die Bürgerschützen Rüthen feierten ihr 500-jähriges Bestehen. Die Stadtkapelle wurde zur Gestaltung des musikalischen Teils dieses Jubiläums verpflichtet. Auch wurde in diesem Jahr wieder das erste auswärtige Schützenfest gespielt, nämlich in Langenstraße. Die Stadtkapelle spielte fortan bei kleineren Veranstaltungen in eigener Regie, wo sie häufig von Musikern der Anstaltskapelle Suttrop unterstützt wurde.

Im Jahre 1957 kam es wieder mal zu einer Neugründung. Im Oktober des Jahres trafen sich im Saal Helle-Jossel die Gründungsmitglieder des Blasorchesters Rüthen. Dies waren: Bause, Franz-Josef Gockel, Heinz Kellerhoff, Josef Brasse, Heinz Gößmann, Willi Romstadt, Franz Betten, Fritz Henneböhl sen., Hubert Sellerberg, Anton Betten, Fritz Herbst jun., Bernhard Sellerberg, Theo Betten, Hermann Herbst, Theo Thöne, Bernhard Betten, Josef Kaps, Ewald Thöne, Franz-Josef Glatz, Manfred Kaps und Franz Wagner. Im Laufe der folgenden Jahre kamen hinzu: Josef Creutzer, Klaus Ohrmann, Ulrich Voßbein, Helmut Hetzel, Heinz Stallmeister, und Otto Weschenbach.

Karneval in Rüthen 1965

Karneval in Rüthen 1965

Kapellmeister wurde Heinz Gockel, der auch zugleich das Amt des Vorsitzenden und des Geschäftsführers übernahm. Die Funktion des Kapellmeisters übte er bis 1971 aus. 1960 spielte man auf einem Tanzabend in der damaligen Volkshalle aus Anlass eines Turniers des Reitvereins. Dies war der erste offizielle Auftritt. Die erste Generalversammlung wurde 1962 abgehalten, wobei Heinz Gockel zum Kapellmeister gewählt wurde und Hubert Henneböhl den Posten des 1. Vorsitzenden erhielt. 1963 spielte man zum ersten Mal beim Junggesellenschützenfest in Rüthen auf.

Jubiläum 1967

Das Blasorchester Rüthen 1967 mit den Mitgliedern (hinten) Klaus Creutzer, Ewald Kaps, Josef Kellerhoff sen., Fritz Betten, Josef Kellerhoff jun., Josef Weschenbach, Franz-Josef Thöne, (mitte) Bernhard Herbst, Hermann Betten, Franz-Josef Bause, Anton Sellerberg, Heinz Gockel, Heinz Hetzel, Manfred Glatz, (vorne) Anton Herting – er half zu diesem Jubiläum beim Blasorchester aus -, Theo Herbst, Hubert Henneböhl, Ulrich Ohrmann, Helmut Voßbein, Bernhard Thöne, Alois Wittler, Otto Stallmeister. Nicht auf diesem Foto, jedoch damals schon Mitglied, war Wolfgang Kellerhoff.

Auch die Geselligkeit sollte nicht zu kurz kommen. 1965/66 erfolgten die ersten Auslandsauftritte in Belgien. Man spielte bei einem nachempfundenen Oktoberfest in Wieze, einem Dorf, das praktisch nur aus zwei Straßen bestand.

Das Jahr 1967 war für den Verein ein besonderes Jahr. Man feierte nach mündlicher Überlieferung Älterer das 75-jährige Bestehen. Der 23. und 24. September war der Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Es wurden 18 Kapellen für einen imposanten Festzug eingeladen. Einige dieser Kapellen spielten auch zum Konzert bzw. zum Tanz.

Die folgenden Jahre nach dem Jubiläum brachten einige entscheidende Wendepunkte in der Geschichte des Vereins. 1971 wurde Bernhard Herbst zum Kapellmeister gewählt; ein Posten, den er bis 1994 bekleidete, Probeleiter war zu Anfang Josef Kellerhoff. 1972fuhr man erneut nach Wieze.

Die Bergstadt-Musikanten Rüthen im Jahre 1977 mit (hinten) Albert Deuke, Harald Romstadt, Dietmar Fischer, Hermann-Josef Ebbers, Franz-Josef Ebert, Willi Radin, Franz-Josef Thöne, Fritz Betten, Bernhard Thöne, Ludwig Arens, Peter Bremerich, Heinz Hetzel, (vorne) Hubert Henneböhl, Willi Gößmann, Josef Weschenbach, Bernhard Herbst, Dieter Deuke, Wolfgang Kellerhoff, Rainer Rinschede, Manfred Glatz, Alfons Köhler, Bernd Morgenroth und Jürgen Pichlinski

Im Jahre 1976 erfolgte eine Umbenennung des Vereins. Aus dem „Blasorchester Rüthen“ wurden die „Bergstadt-Musikanten Rüthen“. Im selben Jahr machten die Bergstadt-Musikanten mit einem optisch und akustisch als „Schiffsreise“ gestalteten Konzert von sich reden.

1978

Die »Sonoras« mit Wolfgang Kellerhoff, Fritz Betten, Willi Gößmann und Alfons Köhler.

In der Zwischenzeit bildete sich auch eine weitere Formation innerhalb der Bergstadt-Musikanten. Die Sonoras, bestehend aus Fritz Betten (Trompete), Willi Gößmann (Alt-Saxophon), Alfons Köhler (Orgel) und Wolfgang Kellerhoff (Schlagzeug), waren in den siebziger Jahren als Tanzband weithin bekannt und bildeten ebenso den Kern der Tanzmusikformation der Bergstadt-Musikanten.

Nach der Umbenennung des Vereins wurde immer deutlicher, dass konsequente

arbeit und -ausbildung nottat. 1980 entschloss man sich, ein eigenständiges Jugendblasorchester unter der Leitung von Dieter Deuke aufzubauen. Das Jugendorchester entwickelte sich schnell zu einer festen Größe im Verein und heute bilden die ehemaligen Jungmusiker den Kern der Bergstadt-Musikanten.

Das Jugendorchester auf der Nikolausfeier der Bergstadt-Musikanten 1982 im Kolpinghaus Rüthen mit (hinten) Udo Deuke, Volker Schneider, Heinfried Henze, Martin Thöne, Bernd Herbst, Robert Knickenberg, Dieter Deuke, (mitte) Dietmar Nehring, Thomas Steffen, Michael Thöne, Andrea Knickenberg, Kathrin Fleer, Gerhard Sellerberg, Wolfgang Henze, Hubertus Stakemeier, Heiner Hövelbrinks, (vorne) Ralf Herbst, Uwe Damm, Andreas Flach, Richard Sellerberg, Michael Betten, Eckhard Österhoff, Frank Möller, Franz-Josef Helle, Thomas Kettler und Frank Föllmer.

Im Jahr 1981 fiel auch der Startschuss für eine musikalische Partnerschaft außerhalb Deutschlands. Nachdem man schon im Vorjahr in Holland, im Ponypark Slagharen, zu Gast gewesen war, wurde nun auf Vorschlag von Bürgermeister Gockel die „Dereham Band“ in der englischen Grafschaft Norfolk besucht. Der Schüleraustausch des Städtischen Gymnasiums Rüthen brachte den Bürgermeister auf diese Idee, die von den Mitgliedern des Vereins begeistert aufgenommen wurde. Fortan sind die gegenseitigen Besuche der beiden Kapellen zu einer festen Einrichtung geworden. So fuhren die Bergstadt-Musikanten in den Jahren 1984, 1987, 1990, 1995, 1999 und 2003 wieder nach England. Die Gegenbesuche der Dereham Band erfolgten 1982, 1985, 1988, 1992 anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten, 1997, 2000 anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Rüthen und 2006 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Partnerschaft.

Die Bergstadt-Musikanten Rüthen und die Dereham Band 1988 mit ihren Dirigenten Bernhard Herbst und Alisdair Goodall.

Als konzertmusikalischer Höhepunkt der achtziger Jahre darf wohl die Teilnahme am Kreiswertungsspiel am 1. April 1984 gelten. Dort errangen die Bergstadt-Musikanten unter dem Dirigat ihres Probenleiters Franz Körkemeier in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Belobigung.

Die Bergstadt-Musikanten Rüthen im Jubiläumsjahr 1992 mit
(hinten) Robert Knickenberg, Bernd Morgenroth (Beisitzer), Bernhard Thöne, Herbert Buschkühle, Markus Kloer, Norbert Müller (Jugendausbilder), Ludwig Arens, Heiner Hövelbrinks, Bernd Herbst (Notenwart), Andrea Kellermann (Geschäftsführerin), (mitte) Udo Deuke, Andreas Flach, Doris Müller, Frank Schorlemer, Dietmar Fischer, Markus Ising (Jugendsprecher), Wolfgang Henze, Michael Betten, Ansgar Steinwachs, Mario Sander, (vorne) Bernhard Herbst (Kapellmeister), Volker Schneider (Tanzmusikleiter), Harald Romstadt (Kassierer), Willi Gößmann, Regina Buschkühle, Michael Thöne, Martin Thöne, Franz-Josef Ebert, Fritz Betten (1. Vorsitzender), Hubertus Ising, (knieend) Tobias Scholz, Olaf Herbst, Richard Sellerberg (Notenwart) und Karl-Heinz Scholz

Im Jahre 1992 feierten die Bergstadt-Musikanten ihr 100-jähriges Jubiläum, da bis dato das Jahr 1892 als Gründungsjahr angenommen wurde. In feierlicher Atmosphäre überreichte Staatssekretär Jochen Westermann im Auftrag von Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Pro-Musica-Plakette. Das Programm wurde musikalisch durch die Dereham Band umrahmt. Am folgenden Samstag, dem 26. September fand ein großer Festzug durch die Rüthener Innenstadt statt, der im Anschluss durch Bühnenspiele der beteiligten Vereine gekrönt wurde.

Die Mitte der neunziger Jahre markiert einen Generationenwechsel an der Spitze der Bergstadt-Musikanten. Auf der Generalversammlung 1994 löste Wolfgang Henze den langjährigen Kapellmeister Bernhard Herbst ab. Ein Jahr später übernahm Robert Knickenberg den Posten des 1. Vorsitzenden von Fritz Betten. Im Jahre 1994 nahmen die Bergstadt-Musikanten auch ein ehrgeiziges Projekt in Angriff, das in dem Bau eines eigenen Probenheimes bestand. Als Lohn monatelanger Plackerei konnte im Dezember des nächsten Jahres die erste Weihnachtsfeier im eigenen Heim gefeiert werden. In diesem Zeitraum entwickelte sich das jährliche Maikonzert zum Kassenschlager.

Die Bergstadt-Musikanten Rüthen vor dem Alten Rathaus zu Rüthen, 1998
(Jungschützenfest-Sonntag, vor dem morgendlichen Platzkonzert)
Links (v. o. n. u.): Frank Rasche, Hubertus Ising, Gregor Scholz, David Fillwock, Michael Betten, Hendrik Schmücker, Michael Thöne, Harald Romstadt, Volker Schneider, Matthias Schmücker, Christiane Grotenhöfer, Maren Köster, Nicole Zigan, Sandra Berndt, Melanie Sondermann, Andrea Kellermann, Peter Buschkühle, Martin Leneke, Sonja Berndt, Olaf Herbst, Benedikt Buschkühle, Sascha Janiuk, Michael Steinhoff, Christoph Pieper
Rechts: Tobias und Karl-Heinz Scholz, Thomas Kettler, Bernd Herbst, Franz-Josef Ebert, Monika Sellerberg, Ludwig Arens, Fritz Betten, Heribert Kaja, Markus Ising, Bernd Morgenroth, Udo Deuke, Robert Knickenberg, Markus Kloer, Franz-Josef Bause, Richard Sellerberg, Martin Thöne, Wolfgang Henze
13 Musiker fehlen auf dem Foto: Bernhard Herbst, Willi Gößmann, Dietmar Fischer, Norbert Müller, Hans-Erich Kohlberg, Volker Berndt, Regina und Herbert Buschkühle, Ramona Segbers, Andreas Flach, Daniel Schirk, Christian Hartmann, Andre und Fabian Struwe

1998 wurde erstmals ein Frühlingskonzert auf CD gebannt. Im Oktober desselben Jahres richteten die Bergstadt-Musikantenanläßlich ihres 110-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit dem Tambourkorps Rüthen, welches im gleichen Jahr sein 120. Gründungsjubiläum feierte, das 17. Kreismusikfest in der Bergstadt aus.
Das musikalische Jahr wurde zudem erstmals mit einem Weihnachtskonzert in der Johanneskirche beschlossen. Das sehr gut besuchte Konzert fand bei den Zuhörern begeisterte Resonanz. Neben Orchesterwerken wurden auch Stücke für Holz- und Blechbäserensembles gespielt.

Den nächsten Höhepunkt des Jahres stellte der Besuch bei der Dereham Band vom 26.-30. April dar. Das gemeinsame Konzert wurde auch als Generalprobe für das Frühlingskonzert genutzt, das erneut sehr gut besucht war. Als Gegenpol zur harten Probenarbeit wurde am 2. Oktober 1999 erstmals ein Oktoberfest veranstaltet.

In der Generalversammlung 1999 ergab sich ein Wechsel an der Führungsspitze des Vereins. Nach vierjähriger Tätigkeit übergab Robert Knickenberg das Amt des 1. Vorsitzenden an Richard Sellerberg.

Nach dem Frühlingskonzert im Jahr 2000, auf das sich die Bergstadt-Musikanten diesmal mit einem Probenwochenende in Schmallenberg vorbereiteten, stand der Rest des Jahres ganz im Zeichen der 800-Jahr-Feier der Stadt Rüthen. Zu diesem Anlass besuchte wiederum die Dereham Band die Bergstadt. Das Weihnachtskonzert konnte sich großen Interesses erfreuen. Der Termin war günstig gewählt, und angesichts schlechten Wetters und ansonsten sehr mageren Veranstaltungsangebots nutzten viele Rüthener die Gelegenheit, sich von den Bergstadt-Musikanten und ihrem Blechbläser-Quintett doch noch in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen.

Wie schon im Vorjahr fand auch 2001 die intensive Konzertvorbereitung ihren Abschluss im Probenwochenende in Schmallenberg. Als Lohn der Anstrengungen konnten die Bergstadt-Musikanten eines ihrer anspruchsvollsten und abwechslungsreichsten Konzerte aufführen. Anläßlich dieses Konzerts gab Wolfgang Henze bekannt, dass dies sein letztes Konzert als Dirigent der Bergstadt-Musikanten war. Im Verlauf des Jahres gelang es uns, unseren Wunschkandidaten für seine Nachfolge, Heribert Kaja, dafür zu gewinnen, sich zur Wahl zu stellen. Mit der Jahreshauptversammlung 2001 wurde Heribert Kaja zunächst für ein Jahr zum Dirigenten gewählt. Das erste Konzert unter seiner Leitung war das Weihnachtskonzert 2001, das wie schon in den vorangegangenen Jahren gut besucht war, und dessen finanzielles Ergebnis zugunsten der Flüchtlinge in Afghanistan gespendet wurde

Absolventen und Ausbilder des D1-Lehrgangs (v. l. n. r.): Jugendleiterin Regina Buschkühle, Nadja Markmann, Andre Struwe, Dorothee Morgenroth, Björn Schlüter, Stefan Fromme, Sören Köster, Jessica Markmann, Thomas Pflug, Karina Hoche, Christian Goebel, Michael Diemel, Mona Kraienhorst, Stefan Morgenroth, Tobias Romstadt, Andrea Reichling, Patricia Reim, 1. Vorsitzender Richard Sellerberg.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Bergstadt-Musikanten lag in der Jugendausbildung. In 2002 wurden 22 Jungmusiker durch die D1-Prüfung gebracht, in 2003 absolvierten 11 Jungmusiker die D2-, und 3 Musiker die D1-Prüfung. Diese Musiker wurden erfolgreich in das Stammorchester integriert und stellten im Jahr 2003 bereits eine wichtige und verlässliche Größe im Tagesgeschäft dar. Dieses Tagesgeschäft war neben den üblichen Auftritten besonders durch zwei aufeinanderfolgende Engagements als Hauptkapelle bei den Kreisschützenfesten in Esbeck und Mönninghausen gekennzeichnet. Ersteres wird dadurch in Erinnerung bleiben, dass beim Vorbeimarsch abwechselnd mit den Rietberger Jägern 49 mal nacheinander der „Geschwindmarsch nach Motiven aus Quadrillen“ gespielt werden musste. Die Erfolge im Tagesgeschäft führten dazu, dass bei der Jahreshauptversammlung 2003 verkündet werden konnte, dass das Vereinsheim nunmehr schuldenfrei sei.

2005 wurde erstmals auf dem Schützenfest in Werl gespielt. Nach einigen Bedenken im Vorfeld – das Werler Publikum wurde als recht anspruchsvoll geschildert – gelang es den Bergstadt-Musikanten jedoch, eine überzeugende Leistung zu bieten.

Im Jahre 2006 hatten die Bergstadt-Musikanten die traurige Pflicht zu erfüllen, ihr langjähriges Ehrenmitglied Josef „Lüppi“ Cramer aus Mönninghausen zu Grabe zu tragen. Unser treuester Fan wird uns nicht nur durch seine legendären jährlichen Heringsessen in Erinnerung bleiben.
Im August konnte erneut die Dereham Band begrüßt werden. Man feierte das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen den beiden Kapellen. Erstmals spielte dabei die Dereham Band auch auf einem Schützenfest: auf dem Bezirksschützenfest in Werl, wo neben Platzkonzerten auch der lange Vorbeimarsch gemeinsam untermalt wurde.

Einen musikalischen Ausflug nach Sandberg (Rhön) unternahmen die Bergstadt-Musikanten im Juli 2007. Neben geselligen Stunden stand auch ein Auftritt beim Bergfest am Neustädter Haus (Kreuzberg) auf dem Programm. Für die Herbstferien wurde eine erneute Fahrt nach Österreich (natürlich mit Erich Bochenek und seinem Warsteiner-Bus) geplant. Ziel war Pertisau am Achensee.
In der Jahreshauptversammlung 2007 gab Heribert Kaja seinen Rücktritt als Dirigent der Bergstadt-Musikanten bekannt. Sein Nachfolger wurde – allerdings nur für ein Jahr – der ehemalige Dirigent der Stadtkapelle Warstein, Matthias Fischer. Auch Richard Sellerberg zog sich nach 18 Jahren im Vorstand von seinem Posten als 1. Vorsitzender zurück. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Tobias Scholz gewählt.

Nachdem um das Jahr 2008 viele Vorstandsposten neu besetzt worden waren, suchte man ab Ende des Jahres einen neuen Dirigenten. Nach mehreren Probedirigaten entschied man sich Anfang 2009, die musikalische Leitung in die Hände von Holger Heines zu legen. Der studierte Posaunist verfügte bereits über einschlägige Erfahrungen, z.B. beim Musikverein Altenbüren. Zur gleichen Zeit übernahm Wolfgang Henze die musikalische Leitung des Jugendorchesters.

Nach einer durch die Meisterschule bedingten zweijährigen Vorstands-Auszeit kehrte bei der Generalversammlung 2009 Richard Sellerberg wieder zurück auf den Posten des 1. Vorsitzenden, den Tobias Scholz aufgrund beruflicher Verpflichtungen niederlegte.

Doch im Jahr 2011 – bereits zwei Jahre später – folgte in der Generalversammlung der nächste Führungswechsel, so wurde Martin Thöne zum neuen 1. Vorsitzenden der Bergstadt-Musikanten gewählt. Neben der Umrahmung der Schützenfeste in Effeln und Mönninghausen, sowie der Mitgestaltung der Festumzüge bei den Rüthener Bürgerschützen, angagiert sich der Verein auch weiterhin stark für die Jugend. Das Jugendorchester mit seinen knapp 20 Mitgliedern bestreitet viele eigene Auftritte, wie z.B. beim Rüthener Weihnachtsmarkt 2011 und wird ab Herbst diesen Jahres von Militärmusiker Björn Schlüter dirigiert.